Während des Zweiten Weltkriegs versteckte Corrie ten Boom mit ihrer niederländischen Familie viele Juden vor den Nazis. Schließlich wurde sie gefasst und in ein Konzentrationslager gebracht, wo sie schreckliche Gräueltaten sah und den Tod ihres Vaters und ihrer Schwester miterleben musste. Dann wurde sie versehentlich entlassen. Niemals wurde sie bitter und vergab sogar dem Mann, der ihre Verwandten getötet hatte. Jemand fragte, wie sie diese dunklen Tage hätte ertragen können und dabei liebevoll, verzeihend und freundlich bleiben konnte. Sie antwortete mit einer Geschichte: Als kleines Mädchen fuhr ihr Vater mit ihr im Zug durch Europa. Ihr Ticket kaufte er immer mehrere Wochen im Voraus, aber er gab es ihr erst, wenn sie an Bord gingen. Das tat er, weil sie ein kleines Mädchen war und er nicht wollte, dass sie es verlor oder zu Hause vergaß. Sobald die Scheinwerfer des Zuges die Station erreichten, gab der Vater ihr das Ticket, und sie stiegen gemeinsam ein. Corrie ten Boom sagte: „Du verstehst nicht, warum ich demjenigen vergeben konnte, der meine Familie getötet hat. Ich bin nicht voller Bitterkeit, weil Gott, genau wie mein Vater das Zugticket, uns die Gnade, die wir brauchen, erst gibt, bevor wir einsteigen. Aber wenn du jemals etwas Ähnliches durchmachst wie ich, kann ich dir versichern, dass Gottes Gnade da sein wird, um dir durch die dunklen Täler zu helfen, sodass du den Kopf hochhältst und dein Herz voller Liebe bleibt.“