Zorn macht Angst, weil wir durch ihn verletzt worden sind. Er kann auch ein Hinweis darauf sein, dass uns jemand oder etwas wichtig ist. Nichts, was falsch ist, wird jemals korrigiert, ohne dass sich jemand darüber aufregt. Unterdrückst du jeden Zorn, schwinden auch Leidenschaft, Vertrautheit und Liebe. Zwei Wege, um Zorn nutzbar zu machen: (1) Richte deinen Zorn auf das richtige Ziel. Nicht dein Ehepartner ist der Feind, sondern Satan. Er kommt, „um zu stehlen und zu töten und zu verderben“ (Joh 10,10 LU). Lenke deinen Blick bewusst von deinem Ehepartner weg hin zum Problem. Sei zornig über die finanzielle Situation, nicht über die Ausgaben deines Ehepartners. Ärgere dich über zu viele Anforderungen, nicht darüber, dass dein Ehepartner spät von der Arbeit kommt. Ärgere dich über zu wenig Intimität, nicht darüber, dass dein Partner Sex ablehnt. Verlagere das Problem nach außen, trenne es von dir und dem anderen. Sieh euch als Team, das gemeinsam gegen das Problem kämpft. (2) Suche nach dem Schmerz. Entdecke den Schmerz, der die Wut ausgelöst hat; er ist fast immer da. Welches Bedürfnis wird nicht erfüllt? Welche Wunde, Scham oder Angst wird berührt? Kennst du den Schmerz, bist du der Lösung schon näher. Aber Vorsicht: Wenn man verletzlich ist, kommt es vor, dass man sich gegenseitig verletzt; deshalb sollte man schnell vergeben. Im Gespräch zu bleiben und Verletzlichkeit zu wagen, vertieft die Vertrautheit mehr als alles andere. Nimm Zorn als Gottes Geschenk an und lerne, wie du ihn für dich nutzen kannst.