Die gewaltigen Mauern von Jericho waren gefallen, und Josua war beflügelt vom Sieg. Die nächste Herausforderung für das Heer Israels war die Stadt Ai mit nur etwa 20.000 Einwohnern. Josua entschied, dass 3.000 Soldaten zu deren Eroberung ausreichen würden. Er irrte sich. „Die Männer von Ai jagten die Israeliten vom Stadttor bis zu den Steinbrüchen und erschlugen etwa sechsunddreißig von ihnen auf der Flucht. Da verlor das Volk allen Mut und war wie gelähmt vor Angst“ (s.Jos 7,4–5). Was war die Ursache dieser Tragödie? Achan, einer von Josuas Soldaten, hatte entgegen dem Befehl Gottes in Jericho Beute gemacht und sie in seinem Zelt versteckt. Daraufhin erlitt Israel eine beschämende Niederlage. Achan und seine Familie verloren ihr Leben. Sie wurden im Tal Achor gesteinigt. Josua war am Boden zerstört. Er zerriss seine Kleider, fiel auf sein Gesicht und betete: „Ach, wären wir doch jenseits des Jordan geblieben“ (s.Jos 7,7). Beachte, was Gott zu ihm sagte: „Steh auf! Warum liegst du so auf deinem Gesicht? Israel hat gesündigt.“ Hier liegt eine wichtige Lektion: Es gibt eine Zeit zum Beten und eine Zeit, aufzustehen und das anzugehen, worüber Gott mit dir spricht. Manchmal beten wir in der Hoffnung, Gott werde unseren Ungehorsam übersehen oder seine Meinung ändern. Doch Gottes Ziel ist es, uns zu verändern. Warum nahm Achan die Beute aus Jericho an sich? Weil er Gottes Fähigkeit und Bereitschaft, für ihn zu sorgen, misstraute. Spricht Gott vielleicht auch mit dir über genau das?