Ende Januar 1956 erhielt Dr. Martin Luther King Jr. spätabends einen bedrohlichen Anruf. Es war nicht die erste düstere Botschaft, die ihn erreichte. Doch in dieser Nacht, als seine Kinder und seine Frau schon schliefen, wurde ihm die Last der Bürgerrechtsbewegung zu schwer. Das Risiko schien zu groß, und er begann, einen Ausstiegsplan zu entwerfen. Um Mitternacht betete er: „Ich habe Angst. Die Menschen blicken auf mich als ihren Führer. Wenn ich kraft- und mutlos vor sie trete, werden auch sie wanken. Ich bin am Ende meiner Kräfte. Ich habe nichts mehr übrig. Ich bin an dem Punkt, an dem ich es nicht mehr allein schaffen kann.“ King beschrieb später, was dann geschah: „Ich erlebte die Gegenwart des Göttlichen, wie ich sie zuvor nie erlebt hatte. Es war, als hörte ich die leise, beruhigende Zusage einer inneren Stimme sagen: ‚Steh auf für die Gerechtigkeit, steh auf für die Wahrheit; und Gott wird für immer an deiner Seite sein.‘“ Als Dr. King vor einer gewaltigen Herausforderung stand, verlagerte er seinen Fokus und wandte sich Gott zu. Die Bibel sagt: „Als Josua bei Jericho war, hob er seine Augen und sah einen Mann vor sich stehen.“ Nachdem Josua seinen Blick von Jericho abgewandt hatte, stand ein göttlicher Bote vor ihm und bot ihm die Lösung für sein Problem an. Solange dein Blick nur auf das Problem gerichtet ist, wirst du den Problemlöser nicht sehen. Blicke auf! „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher wird meine Hilfe kommen? Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat“ (Ps 121,1–2 ELB).