Das Muskelgedächtnis wird nicht in den Muskeln abgespeichert. Es handelt sich dabei um ein prozedurales Gedächtnis, das im Gehirn abgelegt wird, sobald man eine Bewegung oft genug wiederholt. Ob man nun Golf spielt oder Geige: Je öfter die Bewegung wiederholt wird, desto stärker wird das Muskelgedächtnis. Hast du schon einmal vom „10.000-Stunden-Prinzip“ gehört? Psychologen sagen, dass man ungefähr so lange braucht, um auf einem Gebiet zum Experten zu werden. Das ist ermutigend, weil es bedeutet, dass es grundsätzlich jeder schaffen kann, aber auch ernüchternd, weil es keine Abkürzungen gibt, ganz gleich, wie talentiert man ist. Geistliches Denken zu entwickeln, ist wie das Lernen einer Fremdsprache. Es braucht Zeit. Stell dir vor, du wärest am ersten Tag frustriert, weil du die Sprache noch nicht fließend sprichst. Genauso fühlen wir mns oft, wenn wir noch nicht im Gebet geübt, nicht stark im Glauben oder nicht diszipliniert in unseren Gewohnheiten sind. Psalm 84,8 sagt: „Sie gehen von Kraft zu Kraft.“ Das heißt, du wirst ein Leben lang daran arbeiten, Tag für Tag. Deine aktuellen Glaubensgrenzen werden zur Basis für die nächste Glaubensstufe. Geistliche Disziplin bringt mit der Zeit eine Zinseszinswirkung. Sie zahlt sich aus in Freude, Erfüllung und Kraft. „Denn die, die gemäß dem Fleisch leben, sinnen auf das, was des Fleisches ist; die aber gemäß dem Geist leben, auf das, was des Geistes ist. Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden“ (Röm 8,5–6 ELB).