Wenn man berühmte Musiker studiert, stellt man oft fest, dass sie ihr Handwerk in einer Band oder einem Orchester gelernt haben. Denn bestimmte Fähigkeiten, etwa, mit anderen zu harmonieren, im Takt zu bleiben, laut oder leise zu spielen, den Anweisungen des Dirigenten zu folgen, kann man nur im Zusammenspiel mit anderen erlernen. Was für eine Band oder ein Orchester gilt, trifft auf eine Gemeinschaft von Gläubigen noch viel mehr zu. Jesus veranschaulichte dies in seinem bekannten Gleichnis von den anvertrauten Talenten (s.Mt 25,14–30): „Einem Mann wurden fünf Talente gegeben, und er machte daraus zehn. Einem anderen wurden zwei gegeben, und er machte daraus vier. Ein dritter erhielt ein Talent und vergrub es.“ Jesus sprach hier im Grunde davon, dass jeder Mensch seine Rolle spielen soll, und wie wichtig das in Gottes Reich ist. Nicht jeder spielt das gleiche Instrument, und nicht jeder hat den gleichen Part. Manche Instrumente sind lauter, manche Stimmen haben mehr Volumen. Dabei kommt es nicht darauf an, wie viel man hat, sondern was man mit dem macht, was man hat. In Gottes Reich gibt es keine unbedeutenden Gaben. Sie mögen sich in der Menge unterscheiden, aber sie kommen alle von derselben Quelle. Alles, was Christus von dir erwartet, ist: Spiele deine Rolle. Er erwartet nicht von allen dasselbe Ergebnis, aber er erwartet denselben Einsatz. Er vergleicht dich nicht mit anderen, sondern nur mit dir selbst. Er schaut nicht auf das, was du hast, sondern auf das, was du damit machst. Also spiele einfach deine Rolle.