Im Norden Israels liegt das von vielen Wasserlebewesen bewohnte, wunderschöne und blaue Galiläische Meer. Im Süden Israels befindet sich das Tote Meer, und dieses Meer heißt aus gutem Grund „tot“: In seinem stehenden Wasser gibt es kein Leben. Was unterscheidet diese beiden Gewässer? Das Galiläische Meer hat einen Zufluss, den Jordan. Am südlichen Ufer hat es auch einen Abfluss: Das Wasser fließt weiter durch das Jordantal. Wie das Galiläische Meer, hat auch das Tote Meer einen Zufluss: Der Jordan fließt hinein. Aber das Tote Meer hat keinen Abfluss; es nimmt nur auf und gibt nichts weiter. Genau das ist das Thema des Jakobusbriefes. Menschen mit einem lebendigen Glauben nehmen nicht nur auf, sie geben auch weiter. Sie setzen das Wort, das sie empfangen (Input), in die Tat um (Output): „Wer das Wort nur hört und nicht danach handelt, ist wie ein Mensch, der sein Gesicht in einem Spiegel betrachtet. Er sieht sich selbst, geht weg und hat sofort vergessen, wie er aussah. Wer aber aufmerksam in das vollkommene Gesetz blickt, das frei macht, und dabeibleibt und nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter ist, der wird glücklich sein in seinem Tun“ (Jak 1,23–25 NLB). Jakobus warnt uns davor, so sehr auf den Himmel ausgerichtet zu sein, dass wir auf der Erde keinen Nutzen mehr haben. Es genügt nicht, die Heilige Schrift zu lesen. Wir müssen auch nach praktischen Wegen suchen, das Gelesene umzusetzen. Die Botschaft von Jakobus lässt sich mit dem bekannten Slogan zusammenfassen: „Tu es einfach!“