Sanftmütig zu sein bedeutet nicht, ein Fußabtreter zu sein oder unentschlossen, schüchtern und rückgratlos zu handeln; auch nicht, sich wie ein Verlierer oder Schwächling zu verhalten. Sanftmut ist „Kraft unter Kontrolle“. Mose war der sanftmütigste Mensch seiner Zeit auf der ganzen Erde (s.4.Mo 12,3). Und doch war er bereit, dem Pharao die Stirn zu bieten, ein murrendes Volk durch die Wüste zu führen und einen rauchenden, bebenden Berg zu besteigen, um dem allmächtigen Gott persönlich zu begegnen. Jesus beschrieb sich selbst als „freundlich und von Herzen demütig“ (Mt 11,29 HFA). Doch er war der mutigste Mensch, der je gelebt hat. Was machte Mose und Jesus sanftmütig? Sie verkörperten höchste Kraft unter Kontrolle. Sprüche 16,32 beschreibt diese Art von Stärke: „Besser ein Geduldiger als ein Kriegsheld; besser, wer sich selbst beherrscht, als einer, der eine Stadt bezwingt.“ Sprüche 25,28 zeigt das Gegenteil von Sanftmut: „Wie eine Stadt, die keine Mauern hat, so ist ein Mensch, der keine Selbstbeherrschung hat.“ Sanftmütige Menschen könnten sehr wohl verletzen, entscheiden sich aber dagegen. Sie könnten den Ruf eines anderen zerstören, tun es aber nicht. Sie hätten Grund zu hassen, weigern sich aber, danach zu handeln. Sie zeigen echte Sanftmut, eine gebändigte Kraft, die Gutes bewirkt. Wer Sanftmut lebt, erlebt Gottes Segen. Sanftmütige halten durch, bis das Gute das Böse überwindet, bis Lösungen gefunden und Zerstrittene versöhnt sind. Sanftmütige schlafen nachts ruhig, denn ihr Vertrauen ist auf den Herrn gerichtet.