Barmherzigkeit ist mehr als Vergebung, weniger als Liebe, anders als Gnade und eins mit Gerechtigkeit. Vergebung wird wirksam, wenn Unrecht begangen wurde, aber Barmherzigkeit wirkt jederzeit. Sie führt zur Vergebung, doch ist sie viel mehr. Barmherzigkeit wendet sich den Bedürftigen zu und denen, die Schutz brauchen. Wie Vergebung aus Barmherzigkeit hervorgeht, entspringt Barmherzigkeit der Liebe. Liebe ist die Quelle der Barmherzigkeit, aber sie ist größer und existiert unabhängig von Bedürftigkeit oder Schuld. Barmherzigkeit bietet Aufschub der Strafe, Gnade bietet Vergebung. Barmherzigkeit lindert Schmerzen, Gnade heilt. Barmherzigkeit übersieht Fehler, Gnade vergisst sie. Gott ist barmherzig und gerecht. Barmherzigkeit, die Sünde ignoriert, ist falsch. Gerechtigkeit verlangt, dass wir uns der Sünde stellen. Barmherzigkeit gibt uns das Vorrecht, uns zu stellen, damit wir Vergebung erlangen können. Jesus sagt: „Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ Je mehr Barmherzigkeit wir üben, desto mehr Barmherzigkeit empfangen wir. Wir sollen Kanäle für Gottes Barmherzigkeit sein, mit der Fähigkeit, sie an andere weiterzugeben. Wer Barmherzigkeit übt, wird von emotionalen Fesseln befreit, von geistlicher Gebundenheit erlöst und von Bitterkeit geheilt, die geistliches Wachstum behindert. Barmherzigkeit, die von Gott zu uns fließt, beseitigt Blockaden, die uns daran hindern, ganz zu werden. Wir werden niemals aufgefordert, anderen mehr Barmherzigkeit zu erweisen, als Gott uns erwiesen hat.