Wenn Corrie ten Boom um die Welt reiste, um von ihren Erlebnissen zu berichten, sprach sie oft mit gesenktem Kopf, als würde sie Notizen lesen. Doch in Wirklichkeit arbeitete sie an einem Stickbild. Nachdem sie ihre Geschichte über die unter dem Nazi-Regime erlittenen Grausamkeiten erzählt hatte, zeigte sie das Stickbild vor. Zuerst zeigte sie die Rückseite, ein wirres Durcheinander von bunten Fäden ohne erkennbares Muster. Und sie erklärte: „So sehen wir unser Leben. Manchmal ergibt nichts einen Sinn.“ Dann drehte sie das Bild um und zeigte die Vorderseite. „So sieht Gott unser Leben, und eines Tages werden wir das Vorrecht haben, es aus seiner Perspektive zu betrachten,“ sprach sie und beendete ihren Vortrag mit einem Gedicht von Grant Colfax Tullar: „Mein Leben ist ein Webmuster zwischen meinem Herrn und mir; ich kann die Farben nicht wählen, er webt unaufhörlich. Oft webt er Kummer hinein, und ich, in törichtem Stolz, vergesse, dass er die Oberseite sieht und ich nur die Unterseite. Erst wenn der Webstuhl schweigt und das Schiffchen nicht mehr fliegt, wird Gott das Gewebe ausrollen und erklären, warum. Die dunklen Fäden sind ebenso notwendig in der Hand des Meisters wie die goldenen und silbernen Fäden im Muster, das er geplant hat.“ Paulus schreibt: „Jetzt sehen wir nur ein unklares Bild, gleichsam in einem Spiegel; dann aber sehen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich nur bruchstückhaft, dann aber werde ich vollständig erkennen, so wie auch ich von Gott vollständig erkannt worden bin“ (1.Kor 13,12 ZB).





